Putsch in Rom (07.11.)
Der rechtsgerichtete General Angelio Berlusconi hat den Papst entmachtet.
Papst Angelus I. wurde auf eine Strafgefangeneninsel nahe Elba verfrachtet,
wo er unter strengsten Ueberwachungsmassnahmen der neuen Militaerregierung
in Rom festgehalten wird. Bei Wasser und Brot wird seine Ueberlebenszeit auf
wenige Monate geschaetzt, da sein Gesundheitszustand wie allgemein bekannt,
schon in den letzten Jahren zu wuenschen uebrig liess. Angelio Berlusconi
hat ausserdem bekanntgegeben, dass er saemtliche Abmachungen, die seine
Vorgaengerregierung mit dem Zaren getroffen hat fuer nichtig erklaert und
St.Petersburg hiermit den Krieg erklaert.
EOG-Kommentare
Angelos Gazis (Italien):
Ich bin schon erstaunt, wie gut das alles geklappt hat, bei dieser
Partie. Alles lief genau so, wie ich es von Anfang an geplant hatte.
Auch wenn ich zugeben muß, dass meine sehr gute Konversation mit Stefan
Pfalz mich beinahe noch meine Pläne hätte umwerfen lassen, zugunsten
eines längeren Italienisch – Österreichischen Bündnisses. Sein Ausfall
hat dann letztlich den Ausschlag dafür gegeben, den ursprünglichen Plan
durchzuführen.
Russland – Thomas Michalske
Bei Dir hatte ich die größten Gewissensbisse. Auch mit Dir hatte ich
eigentlich hervorragende diplomatische Beziehungen aufbauen können. Ohne
die optimale Unterstützung des Zarenreichs wäre mein Sieg nie möglich
geworden. Dies ist auch der Grund, weshalb ich unbedingt wollte, dass Du
wenigstens noch den 2. Platz belegst (der Verlust Sevs oder Wars war
einkalkuliert – also bitte haltet mich nicht für bescheuert), zumal der
Widerstand gegen mich hier wirklich gut organisiert war und hätte die
Allianz mit Frankreich nicht so gut gehalten, wäre ich sicherlich nicht
so schnell vorwärts gekommen, im Osten.
Ja, Thomas, der Draw, den ich angeboten gekriegt habe, hätte geklappt,
davon bin ich überzeugt und für eine Weile habe ich Dein Angebot
tatsächlich ernsthaft in Erwägung gezogen. Doch traute ich Dir 1. nicht
100%ig, da ich einen beträchtlichen Teil meiner Truppen plötzlich gen
Westen hätte ziehen müssen, was einen langwierigeren Westfeldzug
hervorgerufen hätte und 2. wieso Draw, wenn Dein Fall meinen sicheren
Sieg bedeutet? Außerdem wäre die Partie durch diese uneingeschränkte
Allianz der beiden mächtigsten Nationen zu diesem Zeitpunkt
höchstwahrscheinlich ziemlich langweilig geworden. So konnten wir noch
ein munteres Gezanke zwischen Frankreich und England beobachten und
gegen Ende (zumindest für mich) unverständliche Züge Deutschlands und
Englands durch Protektion Russlands aber ohne wirkungsvolle Offensive
gegen mich. Ich wünsche Dir alles Gute bei kommenden Partien und ich
würde mich freuen, wenn wir uns noch mal begegneten. Dann klappts
vielleicht auch mit dem Draw. Als erfahrenerer Spieler werde ich dann
wahrscheinlich eher darauf eingehen.
Deutschland – Virginia Baier (?)
Über die wahre Identität von Virginia Baier wird wohl noch lange
spekuliert werden. Ich bin ja überzeugt, dass sich hinter diesem Namen
der erfahrenere Jan Baier verbirgt. Wie auch immer. Diplomatie mit Dir
hatte immer etwas besonderes. Eine Frau – oder zumindest gab sie das vor
– das hat man nicht häufig, und für mich war das ein Novum.
England – Markus Fritzel
Die klare Allianz mit Russland hat unser Verhältnis getrübt. Wenn
England dem Zarenreich den Krieg erklärt hätte, wäre die Partie
wesentlich schneller entschieden gewesen. Die hartnäckige Weigerung des
Kings, diesen Schritt durchzuführen hat mich dazu bewogen, England den
zweiten Platz unter keinen Umständen erringen zu lassen, auch wenn ich
im Nachhinein sehe, dass Markus dies offenbar gar nicht vor hatte, auch
wenn er es mir gegenüber beteuerte. Konversationen mit dem King waren
fast durchgehend von Lügen beiderseits durchsetzt – zumindest gegen
Ende, als sich unsere Wege allmählich zu kreuzen begannen. Ehrenwert und
Edel jedoch die ungetrübte Freundschaft zum Zaren.
Frankreich – Hendrik Bock
Was wäre ich ohne den Pakt von Turin geworden? Schon sehr früh hatte ich
mit Frankreichs Staatsoberhaupt einen ausgedehnten
Entmilitarisierungspakt geschlossen, der es uns gegenseitig unmöglich
machte, aufeinander loszugehen, ohne dass der Gegenüber genug Zeit
gehabt hätte, Truppen zur Verteidigung zu mobilisieren. Ein weiterer
Grund, weshalb ich ein Draw mit Russland nicht eingehen wollte/konnte.
Dieser Pakt wurde erst gegen Ende aufgeweicht, als die Fronten
Frankreichs zu bröckeln anfingen und meine bis dahin sichere Westgrenze
ebenfalls ins Wanken zu drohen begann. Ich möchte mich hier noch einmal
für die lange Treue und die gute Abstimmung bedanken, auch wenn ich es
zum Schluß etwas bedauerlich fand, dass Hendrik zu einem reinen
Befehlsempfänger mutiert war – ohne Aussicht auf Sieg hatte ihn die
Motivation, aktiv hier teilzunehmen verlassen. Deshalb auch der Angriff
auf Mar und Mun im letzten Spielzug. An der Platzierung hat das sowieso
nichts mehr geändert. Hat Spaß gemacht, mit Dir, auch wenn Deine Mails
ab und zu nicht angekommen sind.
Österreich – Kolja Szillat
Wie schon gesagt. Du hattest das Pech als Ersatz für Stefan Pfalz ins
Spiel zu kommen. Auch mit Dir hatte ich eigentlich einen guten Kontakt
aufgebaut, doch stand mein Entschluss zum Verrat an Wien bereits fest.
Mein ehrlich gemeintes Angebot des tröpfchenweisen Überlebens der
Donaumonarchie als Söldnertruppe Italiens hast Du leider abgelehnt- wäre
bestimmt witzig geworden- aber dafür bist Du ehrenvoll untergegangen.
Spielentscheidend in meinen Augen war der fehlende Angriff auf Ven. Nach
dem Motto "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" hatte ich in jenem Herbst
Ven unbewacht gelassen und Tyr angegriffen, um in Ven eine neue Armee zu
errichten- sehr riskant- doch ist der Plan aufgegangen. Ein wenig Glück
muß man eben auch haben.
Osmanisches Reich – Klaus – Dieter Kuhn
Osmanien hatte ich von Beginn an als mein primäres Ziel auserkoren.
Hatte ich doch große Angst vor einer maritimen Mittelmeermacht im Osten.
Der Vorgänger Klaus-Dieter Kuhns hat recht feige ziemlich schnell das
Weite gesucht, Klaus-Dieter hatte ehrenvolle Absichten, die zu diesem
Zeitpunkt allerdings nicht in meine Pläne passten. Der Angriff auf
Russland sollte später erfolgen, wenn die Doppelmonarchie mit Hilfe
Russlands untergegangen war. Trotzdem Danke für das Angebot.
Markus Fritzel (England):
Leider hat mir Frankreich meine Pläne frühzeitig
verdorben. Zwei Absprachen und beide nicht eingehalten innerhalb von 1
Jahr, das war wirklich rekortverdächtig. Danach war ich froh, daß mir
Russland zur Rückeroberung der Insel geholfen hat,
daß ich keinen billigen Verrat begehen wollte nur um
Zweiter zu werden.
Russland: Thomas hatte unsere erste Abmachung leider
schnell gebrochen, um die Vzs in Skandinavien zu
sichern. Da dies gleichzeitig mit F passierte, wäre
ich fast ausgeschieden in der Folge. Da mit D auch
nicht freundlich gesonnen war, fehlten mir lange Zeit Möglichkeit,
Bündnisse zu schließen.
Dann hat mir Thomas zurück ins Spiel geholfen, weshalb
ich keinen Sinn mehr in den letzten Jahren sah, im
noch in den Rücken zu fallen, um zwei Vzs mehr zu
bekommen.
Den 2. Platz wollte ich eigentlich schon, aber dann
hat D in einem Jahr die Züge und Aufbauten entgegen
der Absprache völlig verschlafen, die wir abgesprochen
hatten (Mun wäre verloren und eine Front gegen I
möglich gewesen). Meine Flotten standen nicht umsonst
bis zum Schluß in Nth um für den Fall des Erfolgs Den anzugreifen.
Danach machte ein Bruch des Bündnisses aber keinen Sinn mehr, da Mun
durch I gestützt wurde.
Deutschland: Gini hat sich sicher 3 mal für falsche
Züge oder entschuldigt. Allein deshalb hatte ich mehr
als einmal überlegt, Den anzugreifen und einen
Zwangsabbau der unsinnigen Flotten in Hol und Hel zu
erzwingen. Aber nachdem ihr Vorgänger mir im ganzen
Spiel keine (ich wiederhole keine einzige) Mail
geschickt hat, war ich wahrscheinlich zu dankbar,
überhaupt mit jemanden aus Deutschlan einmal reden zu
können.
Italien: wir hatten lange nichts miteiander zu tun, so
daß ich nur die kunstvolle Art der Emails genießen
konnte. Als wir dann gemeinsame Interessen hatten,
hatte I sich offensichtlich schon für F entschieden.
Ein Verrat an R kam daher - mit dem verräterischen F -
im Rücken für mich zunächst nicht in Betracht, später
gab er keinen Sinn mehr.
Mein Angebot, durch eine Besetzung der Heimat Vzs von
F diese Gefahr in meinem Rücken zu bannen und dann
gemeinsam gegen R zu ziehen, war aber ebenso ernst
gemeint, wie meine Bestrebungen, den zweiten Platz zu
erlangen. Aber I hat leider stets anders gezogen als angekündigt,
weshalb eine Kriegserklärung gegen Russland nicht in Betracht kam.
Frankreich: Tja, ich habe anfangs alles gesagt. Zwei
gebrochene Bündnisversprechungen, dann hatte ich keine
Lust mehr mich auf nicht ernst gemeinte Beteuerungen
zu verlassen. Angesichts der kurzfristigen Besetzung
meiner Insel habe ich es natürlich als Genugtuung
empfunden, als es dann rapide bergab ging. Trotzdem
nichts für ungut.
Österreich: Zu Kolja Szillat kann ich nur sagen, daß
ich seinen Namen beeindruckend fand und seine einzige
Email direkt an das psychatrische Institut der
frankfurter Uni weitergeleitet habe. Irgendetwas wie:
ich besetze Deine Insel und pisse auf dem Strand oder
so. Da hatte er noch eine Armee. Offenbar eglischer
Humor.
Zum Osmanisches Reich hatte ich leider gar keinen
Kontakt. War untergegangen bevor wir gemeinsame Zielen
hätten haben können.
Thomas Michalske (Russland):
Mir hat die Partie auch sehr viel Spaß gemacht, obwohl nach der Hälfte
das Spiel ja schon entschieden war.
Ich finde auch schade daß das Draw nicht geklappt hat, da ich ein
gemeinsames Bündnis von Anfang bis zum Ende als eine größere
Herausforderung ansehe als einen alleinigen Sieg bei dem ich früher oder
später meinen Verbündeten verraten muss. Bin da halt nicht der typische
Diplomacy-Spieler. Trotzdem finde ich es ok von dir, zu dem du ja auch
eine Pressemitteilung (sogar noch vor dem ZAT??) abgegeben hast.
Mein Verlust der Schwarzmeerflotte im Kampf gegen den Österreicher hat
ja im Prinzip das Spiel entschieden. Ich hätte zwar wieder eine Flotte
aufbauen können, aber dadurch hätte mir eine Festland - Armee gefehlt.
Mit der Flotte in BLA hättest du dir evtl. den Zug gegen mich noch
überlegt. So war es halt zu leicht und zu verlockend.
Du hättest mir allerdings wirklich zu 100 Prozent vertrauen können, aber
woher hättest du das wissen sollen :-)
Die Züge von Deutschland, England und mir gegen Frankreich war der
Versuch dich deines Verbündeten zu berauben. Leider hat Gini in der
entscheidenden Phase leider ein Truppe statt einer Flotte abgebaut und
es gab ein Mißverständnis zwischen Gini und mir bei einem Angriff auf
München. Da wäre es vielleicht nochmal spannend gworden.
Als dann 2 - 3 Runden vor Schluß abzusehen war daß du gewinnst haben wir
das Spiel nur noch verwaltet und darauf gewartet daß es zu Ende geht.
Für mich war es erfreulich daß das Bündnis Deutschland-England-Russland
gehalten hat, dadurch habe ich ja ein kleines Ziel erreicht :-)
Markus und Gini haben mir von deinen Versuchen berichtet sie als
Verbündete zu gewinnen. Aber ich denke mal Markus wollte mich nicht
verraten, da ich ihn ja kurz vor dem Aus wieder ins Spiel gebracht habe
und bei Gini habe ich ja auch vom Todesstoß abgesehen obwohl ich schon
dazu angesetzt hatte.
Hendrik Bock (Frankreich):
Trotzt dem zuletzt bitteren ende für das französische Volk hat diese
Partie doch Spaß gebracht. Vor allem bin ich froh über unseren Vertrag
der so lange gehalten hat, denn eigentlich habe ich bei Partien im
Freundeskreis immer den Ruf, lügen zu können ohne mit der Wimper zu
zucken und so meine Vertrauensbasis ein wenig verloren aber dieses
Bündniss war seit lagem das mit der größten Kondition. Ich weiß selber,
dass ich in dieser Partie viele Fehler, besonders im strategischen
Bereich gemacht habe, aber man lernt halt dazu.
Kolja Szillat (Österreich-Ungarn):
Erstmal danke für die detailreiche Einschätzung, nur kann ich mich nur
noch schlecht an das Spiel erinnern, zumindest an Einzelheiten. Von
daher will ich es auch kurz machen. Du hattest mich von deinem
Bündniswillen überzeugt und ich bin guter Dinge gen Russland gezogen.
Dann kam dein Stab und ich musste mich dir zur Wehr setzen. Den Stab an
sich fand ich v.a. anfangs nicht so sonderlich gelungen, weil ich sehr
kompakt stand, du keine direkten Gewinne erwarten konntest und ich dich
vorsorglich nicht nach Aeg gelassen hatte. Dummerweise ließ sich
Russland nicht davon überzeugen, dass es mir beistehen musste, nicht
einmal als ich nur noch wenige VZ hatte. Nur durch Russlands Einmischung
war es dir überhaupt möglich, mich zu besiegen, glaube ich sogar.
Interessant (im Nachhinein) fand ich noch eine Überlegung meinerseits,
die ich angestellt habe, bevor es zum Überfall kam. Ich wunderte mich,
warum wir in Ven und Tri gehalten statt gegenseitig angegriffen haben,
was ja eine sicherere Absicherung dem anderen gegenüber gewesen wäre.
Ich habe vor dem entscheidenden Zug, in dem du Ven - Tyr gespielt hast
und in Ven aufgebaut hast, ernsthaft überlegt, nicht einfach mal Tri -
Ven zu spielen. Das hätte das ganze wunderbar herumgedreht, in Ven hätte
eine österreichische und keine italienische Einheit gestanden, sonst
kein Unterschied, aber einer mit weitreichenden Folgen... ;-) aber ich
war eben von deiner Bündnistreue zu überzeugt... die zweite Lehre in
dieser Richtung in meiner bisherigen ludo-Laufbahn. Insofern wird sie
mir wohl geholfen haben, wie es jeder weitere Stab tun wird, in gewisser
Weise also sogar ein danke dafür.
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